Die Welt liegt uns zu Füßen. Jeder von uns hat die Freiheit, ­seine selbst ­definierte ideale Persönlichkeit zu entwickeln, sich mit ­voller Intensität hineinzuhängen in Ausbildung, ­Persönlichkeits- und ­Charakterbildung, sowie Horizonterweiterung, um eines ­Tages in einem selbst ­gewählten Leben Befriedigung, ­Erfüllung und Glück zu erfahren; autonom zu entscheiden, ­Verantwortung zu tragen, im ­Gegenzug für die eigenen ­Freiheiten, und den ­unvermeidbaren Misslichkeiten des Alltags ­dauerhaft trotzen zu können. Jeder von uns hat sein Leben selbst in der Hand. Ja, es muss uns praktisch gut gehen.

Doch das menschliche Leben ist ein Wechselspiel von ­Emotionen. ­Hierbei ein ­harmonisches Maß an Zufriedenheit zu finden und dieses auch zu erhalten, ­gehört zweifellos zu den schwierigsten Aufgaben des ­Individuums. Gefühle der ­Bedeutungslosigkeit, Frustration und Leere begleiten uns. Familiäre ­Streitigkeiten und persönliche Unsicherheit. Die Furcht vor einem Atomkrieg oder auch die ­Gefährdung des ­Ökosystems – all dies überschattet ­unser Glücksgefühl.

Wenn wir die uns umgebende Natur betrachten, stellen wir fest, dass alle ­Lebewesen von angeborenen Instinkten gesteuert ­werden. Solche ­Triebhandlungen sind ­weder gut noch schlecht. Tiere und Pflanzen ­folgen schlicht den ihnen ­innewohnenden Regeln und befinden sich in Harmonie untereinander und mit der übrigen Natur. Wenn wir ­hingegen das Wesen des Menschen betrachten, stellen wir fest, dass sich dieses grundsätzlich vom Rest der Natur unterscheidet und Chaos in das sonst ­herrschende Gleichgewicht bringt.

Das Verlangen nach Genuss entwickelte sich in unserer ­Geschichte ­langsam mit dem generellen Wachstum ­menschlichen ­Verlangens. Zuerst manifestierten sich einfache Verlangen, wie der Wunsch nach ­Nahrung, ­Fortpflanzung und Familie. Das ­Hinzukommen fortgeschrittener ­Verlangen, wie dem Streben nach ­Wohlstand, Ehre, Macht und Wissen, verursachte die Entwicklung ­unserer Gesellschaft mit ­ihren ­sozialen Strukturen – ­Bildung, Kultur, ­Wissenschaft und ­Technologie. Lange schritt die Menschheit in der Überzeugung voran, dass ­Fortschritt und ­Wirtschaftswachstum sie ­befriedigen und glücklicher machen würden. Doch ­heute ­beginnen wir zu ­erkennen, dass sich ­dieser langwierige ­Evolutionsprozess in ­Zukunft neu ­orientieren muss.

Der Grund dafür ist, dass Genussbefriedigung nie lange anhält. Wir alle haben uns schon mindestens einmal nach etwas ­gesehnt, manchmal über Jahre hinweg. Doch als wir das Gewünschte dann tatsächlich ­hatten, verflüchtigte sich die Befriedigung nach ­kurzer Zeit wieder, das Gefühl der ­Leere kehrte zurück und wir jagten neuen ­Zielen hinterher, in der Hoffnung sie würden uns Erfüllung ­schenken.

Über Tausende von Jahren haben wir Erfahrung ­gesammelt. Nun ­erkennen wir ­jedoch, dass wir nicht wissen, wie wir dauerhafte Zufriedenheit oder auch nur ­innere Sicherheit ­erlangen können. Wir sind ­irritiert und wir sind verwirrt.

Wie können wir ihm je entkommen, diesem Chaos?


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